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Fairer Handel mit Baumwolle
Erfahren Sie mehr über die Fairtrade-Standards für Baumwolle und über die Projekte, die bereits umgesetzt werden konnten.
Fairtrade-Standards für BaumwolleDer Schutz der Umwelt und die Zufriedenheit der Beschäftigten gehören zu den wichtigsten Aspekten der Firmenphilosophie der Esteam Apparel Services Pvt. Ltd.
Aus diesem Grund hat das indische Textilunternehmen in den vergangen Jahren zahlreiche Schritte unternommen, um schädliche Belastungen für die Umwelt so gering wie möglich zu halten und den Arbeits- und Gesundheitsschutz für seine Mitarbeiter weiter auszubauen.
Die Esteam Apparel Services Pvt. Ltd. wurde im Mai 2007 gegründet und betreibt eine Textilfabrik in Miraj im Bundesstaat Maharashtra. Fast 500 Menschen arbeiten dort. Der Verwaltungssitz des Unternehmens liegt in Mumbai, der Hauptstadt des Bundesstaates. In der Verwaltung von Esteam Apparel sind 20 Menschen beschäftigt. Die Mehrzahl der Belegschaft des Unternehmens - rund 65 Prozent - sind Frauen. Eine von ihnen ist die Näherin Mangal Balasaheb Kavthekar.
Mangal ist 43 Jahre alt und hat zwei Kinder – ihre 23-jährige Tochter ist bereits verheiratet und ihr Sohn ist 21 Jahre alt und studiert Hotel-Management. Seit Mai 2008 arbeitet sie bei Esteam Apparel. Vorher hatte sie acht Jahre lang bei einer anderen Textilfirma als Näherin gearbeitet - als diese jedoch 2008 geschlossen wurde, musste sie sich eine neue Arbeit suchen. Nach ihrem ersten Besuch in der Textilfabrik war sie von den Arbeitsbedingungen und der technischen Ausstattung begeistert. Die Stelle bei Esteam Apparel wollte sie unbedingt bekommen.
„Der Unterschied zu anderen Textilunternehmen in der Region ist groß“, sagt Mangal. „Hier gibt es sogar eine Kantine für die Mitarbeiter. In meiner alten Firma gab es nicht mal einen Platz, an dem wir eine Pause machen und etwas essen konnten.“ Auch der Zugang zu frischen Trinkwasser sei in vielen Fabriken nicht selbstverständlich. Eine Arbeitergewerkschaft vertritt alle Arbeiter und Arbeiterinnen der Fabrik. „Jeder, der möchte, kann in dem Ausschuss mitarbeiten.“, berichtet Mangal. „Es gibt sogar eine Box für Beschwerden und Vorschläge der Mitarbeiter – so etwas habe ich noch nie zuvor gesehen“
Für ihre Arbeit erhält Mangal Balasaheb Kavthekar 3.800 Rupien im Monat, was etwa 63 Euro entspricht. Bei ihrer früheren Firma waren es nur zwischen 2.900 und 3.000 Rupien (etwa 48 bis 50 Euro). Das Geld, das von ihren alltäglichen Ausgaben übrig bleibt, spart sie vor allem für ihre Familie wie zum Beispiel für das Studium ihres Sohnes. Einen weiteren Teil legt sie für ihr erstes Enkelkind zurück, das vor kurzem geboren wurde und das es einmal besser haben soll. Für sich selbst wünscht sich die Näherin nur eines: eine sichere Pension. Auch hierfür konnte sie bereits ein wenig Geld zur Seite legen.
Fair geht's besser
Esteam Apparel hat in den vergangen Jahren viel für die Zufriedenheit seiner Arbeiterinnen und Arbeiter und für den Umweltschutz getan. So findet zwei Mal im Jahr ein Betriebsausflug statt. Ein Betriebsarzt untersucht alle Arbeiterinnen und Arbeiter ein Mal im Jahr. Zudem kooperiert das Unternehmen mit einer Organisation, die sich dem Kampf gegen Aids verschrieben hat. Alle drei Monate kommt die Organisation in die Fabrik und klärt über die Krankheit und Präventionsmaßnahmen auf.
In einer Vielzahl von Ausschüssen und Teams können die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aktiv an der Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen mitarbeiten. So gibt es zum Beispiel einen Arbeiterausschuss, einen Gesundheits- und Sicherheitsausschuss und einen Ausschuss zum Schutz gegen sexuelle Belästigung. 25 Beschäftigte nahmen bislang freiwillig an einem Brandbekämpfungstraining und 50 an einem Erste-Hilfe-Kurs teil. Ein weiterer Service des Unternehmens ist ein Busshuttle für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die mehr als 20 Kilometer von der Fabrik entfernt wohnen.
Zu den Umweltprojekten der Esteam Apparel Ltd. Pvt. gehört ein System zur Regenwassernutzung, die wertvolles Trinkwasser einsparen soll. Die bei den Färbeprozessen entstehenden Abwässer werden so aufbereitet, dass alle Schadstoffe herausgefiltert werden. Baumwollabfälle, die sich aus dem Produktionsprozess ergeben, werden zu Papier recycelt und für die Herstellung von Preisetiketten, Kartons, Taschen und Schreibwaren genutzt. Um Energie zu sparen, setzt das Unternehmen in seiner Produktionsanlage, auf natürliches Licht. Statt Glühbirnen werden energiesparende LED’s für die zusätzliche Beleuchtung eingesetzt.