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Fairtrade-Standards für Kaffee1969 schlossen sich 19 Kaffee-Kooperativen aus Guatemalas zum Genossenschaftsverband Fedecocagua zusammen. Ziel war damals wie heute, die Lebenssituation der Kleinbauernfamilien zu verbessern. Mit rund 20.000 Mitgliedern ist Fedecocagua die größte Kooperative Guatemalas. 70 Prozent der Mitglieder sind indigener Abstammung. Sie kommen aus ländlichen Regionen wie Huehuetenango, Cobán, Verapaces, Retalhuleu, San Marcos und Zacapa.
Die Kaffee-Kooperative Fedecocagua in Guatemala
Kleinbauer
Federación de Cooperativas Agrícolas de Productores de Café
San Fernando
Guatemala
Guatemala ist von großen sozialen Unterschieden geprägt. Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs sind die Ursachen und Folgen noch immer nicht überwunden, denn es herrscht weiterhin eine extreme Ungleichheit in der Verteilung von Wohlstand und Landbesitz. Noch immer müssen über 20 Prozent der Bevölkerung mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen. Besonders die indigenen Bevölkerungsgruppen sind von Armut betroffen. Sie leben meist in den ländlichen Regionen, in denen schwierige wirtschaftliche Bedingungen herrschen und die Infrastruktur, von Straßen über Gesundheits- und Bildungseinrichtungen bis hin zur Stromversorgung, mangelhaft ist.
Die Federación de Cooperativas Agrícolas de Productores de Café de Guatemala R.L, kurz Fedecocagua, hat sich daher seit ihrer Gründung 1969 zum Ziel gesetzt, die Lebensbedingungen der Kleinbauernfamilien zu verbessern, indem sie ihnen einen direkten Zugang zum internationalen Markt ermöglicht, der ohne Zwischenhändler funktioniert. Teamarbeit, technologische Innovationen und respektvoller Umgang mit der Natur sind die Prinzipien der Kooperative um einen nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Kaffee zu fördern. Die Kleinbauern und -bäuerinnen der Kooperative bauen auf ihren Parzellen neben Kaffee auch Grundnahrungsmittel für den Eigenbedarf an. Seit 1993 ist Fedecocagua Fairtrade-zertifiziert.
In Zeiten niedriger Kaffee-Preise sichert Fairtrade den Kleinbauern und -bäuerinnen einen Mindestpreis zu, der ihnen einen nachhaltigen Anbau ermöglicht. Ist der Weltmarktpreis höher als der Fairtrade-Mindestpreis, erhalten die Produzentenkooperativen den höheren Preis. Zusätzlich erhalten Fairtrade-Kooperativen eine Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte, über deren Nutzen demokratisch entschieden wird. Mit der Fairtrade-Prämie hat Fedecocagua ein Programm für Kleinkredite ins Leben gerufen. Es ermöglicht den Mitgliedern der Kooperativen Zugang zu Krediten mit geringen Zinssätzen. Dadurch wird es leichter, die Zeit bis zur Ernte zu überbrücken. Insbesondere Frauen sollen durch kleine Darlehen gefördert werden, ihre eigenen Kleinunternehmen zu gründen.
Zu den Problemen in den ländlichen Regionen Guatemalas gehört die mangelnde Infrastruktur und schlechte Transportmittel. Daher haben einige Mitglieder mit dem Geld aus der Fairtrade-Prämie neue Lastwagen gekauft, wodurch die Transportkosten der Kaffeeproduktion gesenkt werden konnten. Die Fedecocagua hat zudem Gelder in Straßenbauprojekte investiert.
Auch Bildungs- und Gesundheitsförderung sind Bereiche, die mit Prämiengeldern unterstützt werden. Der Dachverband hat neue Schulen gebaut und bietet den Mitgliedern Stipendien an, um ihren Kindern eine weiterführende Ausbildung zu ermöglichen. Einige Fedecocagua-Gemeinden haben mit den Geldern Gesundheitszentren und Apotheken aufgebaut, um die Familien vor Ort besser versorgen zu können.
Lidl Fairglobe Kaffeepads
Die Lidl Fairglobe Kaffeepads werden aus Fairtrade-Kaffee hergestellt, der von Kleinbauernkooperativen aus Guatemala, Peru und Nicaragua stammt.
Durch den Kauf der Kaffeepads tragen Sie dazu bei, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in den Anbauländern nachhaltig verbessert werden. Durch die Fairtrade-Prämie können die Kleinbauern- und -bäuerinnen Gemeinschaftsprojekte realisieren: wie zum Beispiel der Bau einer Schule oder die Umstellung auf biologischen Anbau.